Steffen Bauer betont die systemische Qualität von Covid-19 in Keynote bei der Bonn Climate Change Group

Foto: Steffen Bauer is Head of the Klimalog project at the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE).

Steffen Bauer, ©DIE

Am 17. April hielt Steffen Bauer, Leiter des Klimalog-Projekts am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE), bei der ersten Online-Sitzung der Bonner Climate Change Group eine Keynote über Covid-19 und den Verbindungen zwischen Klima- und Entwicklungspolitik.

Bauer betonte, dass die Covid-19-Pandemieeine globale, systemische Krise darstelle. Die Krise manifestiere sich zunächst als ein Notfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit, zweitens als treibende Kraft schwerwiegender sozialer und wirtschaftlicher Auswirkungen und drittens als beispiellose Belastungsprobe für öffentliche Institutionen auf allen Ebenen, von der lokalen bis zur globalen Ebene.

Gleichzeitig besitzt die Corona-Pandemie eine systemische Qualität, die sie mit nachhaltiger Entwicklung, der Klimakrise und grundlegenden Fragen globaler Gerechtigkeit verbindet. Bauer argumentierte deshalb, dass die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Individuen, Gesellschaften und Volkswirtschaften gegenüber systemischen Krisen, zu denen die durch den Klimawandel verursachten Phänomene gehören, ein gemeinsamer Nenner für die zu entwerfende Krisenbewältigung sein, auf allen Regierungsebenen.

Er betonte zudem, dass die Agenda 2030 und das Pariser Abkommen hierfür einen gültigen Fahrplan bieten. Während der globalen Finanzkrise 2008 gab es diese noch nicht, um den Wiederaufschwung zu begleiten. Heute sei die Situation anders. Die schweren wirtschaftlichen Störungen, denen wir uns aufgrund von Covid-19 gegenübersehen, sollten politische Anpassungen und Investitionen, die auf Emissionssenkungen und einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen, einschließlich der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme, abzielen, menschenwürdige, grüne Arbeitsplätze schaffen und das Wirtschaftswachstum ankurbeln.


Die Bonn Climate Change Group ist ein lockeres Netzwerk von Organisationen und Institutionen mit Sitz in Bonn, die hauptsächlich in den Bereichen Umwelt und Entwicklung arbeiten. Es wurde gemeinsam von der NDC-Partnerschaft und der Stadt Bonn im Jahr 2019 initiiert, um den Dialog über Klimawandel und nachhaltige Entwicklung zu fördern und einen Raum für die gegenseitige Unterstützung bei ehrgeizigen Klimaschutzmaßnahmen zu schaffen. Die Mitglieder reichen von der Forstwirtschaft bis zur nachhaltigen Luftfahrt, von der Entwicklungsforschung bis zur humanitären Hilfe, von UN-Agenturen bis zu zivilgesellschaftlichen Organisationen. Das Netzwerk trifft sich 3-5 Mal pro Jahr, die Treffen finden in englischer Sprache statt und werde abwechselnd ausgerichtet. Das Treffen am 17. April wurde gemeinsam von der Stadt Bonn, ICLEI – Local Governments for Sustainability, dem Center for International Forestry Research (CIFOR) und dem IRENA Innovations- und Technologiezentrum (IITC) ausgerichtet.

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