Neuigkeiten aus dem Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research (KHK/GCR21)

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Das KHK/GCR21 informiert über kommende und vergangene Veranstaltungen. Im Oktober fanden Diskussionen über das westliche Engagement in Afghanistan sowie das Schaffen des Afrikaforschers Heinrich Barth statt.

Veranstaltungsberichte

22. Käte Hamburger Dialog: Peace- and Statebuilding in Afghanistan: Partial Success or Predictable Failure?

19. Oktober 2021

Unter der Leitung von Tobias Debiel (KHK/INEF) und der Moderation von Andreas Zumach (Journalist und Autor zu internationalen Beziehungen und Konflikten) wurde beim 22. Käte Hamburger Dialog das westliche Engagement in Afghanistan eingehend analysiert. Die Panellisten Conrad Schetter (Direktor des Bonn International Centre for Conflict Studies), Nargis Nehan (ehemaliges Mitglied der afghanischen Regierung), Thomas Ruttig (Mitbegründer und Co-Direktor des Afghanistan Analysts Network) und Patricia Gossman (stellvertretende Direktorin der Asien-Abteilung, Human Rights Watch) boten nuancierte Kritiken zu Fragen des Staatsaufbaus, der Menschenrechte, der westlichen Einschätzung der Taliban und der Fehler, die von Beginn des Konflikts bis zum unrühmlichen Abzug der westlichen Staaten im Sommer 2021 gemacht wurden.

Heinrich Barth und die respektvolle Begegnung mit dem Anderen: Workshop und öffentliche Vorlesungen

30. September – 1. Oktober 2021

Der interdisziplinäre Gelehrte und Afrikaforscher Heinrich Barth (1821-1865), der zu Lebzeiten auf Gleichgültigkeit stieß und lange Zeit von Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit nicht beachtet wurde, stand im Mittelpunkt eines von der GCR21 unterstützten internationalen Workshops. Bekannt für seine bahnbrechenden Reisen durch Afrika, die er insbesondere in seinen fünfbändigen „Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika“ (1857-1858) dokumentierte, zeichnete sich Barth als respektvoller Beobachter des Lebens und der Kultur in den von ihm besuchten Gebieten aus. Manchmal wird er abschätzig als einfacher „Entdecker“ Afrikas bezeichnet, doch er war auch ein früher „Proto-Anthropologe“, Linguist und Universalgelehrter, der Bände von Briefen und Tagebüchern seiner Zeit verfasste und uns wertvolles Wissen über die afrikanische Kultur des 19. Jahrhunderts hinterließ, das sonst nicht dokumentiert worden wäre.

Inspiriert von dieser frühen und nachdenklichen Auseinandersetzung mit dem Anderen veranstaltete das Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research einen Workshop, der Themen aus Barths Praxis und Schriften aufgriff und sie mit der modernen Forschung zu Rasse, Religion und dem historischen Engagement des Westens in Afrika verknüpfte. Begleitet wurde der Workshop von zwei Sondervorträgen und einem von Heinrich Barth inspirierten KHK-Dialog: „Black Memory and White Memory“ (Public Keynote Lecture mit Prof. em. Dr. Wolfgang Reinhard, „Rassismusfreie Begegnungen mit dem Anderen? Reflexionen aus Vergangenheit und Gegenwart“ (21. Käte Hamburger Dialog) und „Heinrich Barth und afrikanische Buchkulturen“ (Public Keynote Lecture mit Prof. Dr. Shamil Jeppie). Nina Schneider, Mitarbeiterin des Kollegs, organisierte zusammen mit Christoph Marx (Universität Duisburg-Essen) und Stephanie Zehnle (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) die Vorträge in Kooperation mit dem Heinrich-Barth-Institut (Universität zu Köln).

Der Workshop problematisierte die Konstellation von Barths multidisziplinärer Untersuchung und erweiterte den Diskurs um die Dynamik von Beobachter-Beobachtetem und von Selbst-Anderem. Die Schlussfolgerungen aus den verschiedenen Diskussionen betonten, dass kulturelles Verständnis von Mitgefühl und Respekt für regionale Praktiken geleitet sein muss. Diese Lehre sollte nicht nur für die künftige Forschung, sondern auch für die globale Zusammenarbeit im Allgemeinen gelten.

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Kommende Veranstaltungen

Workshop: Governing Transit and Irregular Migration: Formal Policies and Informal Practices

9. November 2021 (nichtöffentlich)

Dieser Workshop wird von Prof. Maria Koinova, University of Warwick und Prof. Volker Heins, Universität Duisburg-Essen geleitet. Die Teilnehmer*innen wollen sich eingehender mit der Steuerung von Transit und irregulärer Migration befassen, die sowohl auf formellem als auch auf informellem Wege erfolgt. Angesichts wachsender Migrationsbewegungen auf der ganzen Welt und der Entwicklung neuer digitaler Maßnahmen durch Staaten und supranationale Organisationen zur Kontrolle dieser Migration während und nach der Covid-19-Pandemie ist eine Überprüfung von Konzepten und Formen der Steuerung unerlässlich. Dieser Workshop möchte Debatten über Transit und irreguläre Migration jenseits von Mobilität, Sicherheit und Kritik an eurozentrischen Perspektiven führen.

KHK / GCR21 Midterm Conference: New Avenues of Global Cooperation Research

Vom 15. bis 16. November 2021 veranstaltet das Käte Hamburger Kolleg/Centre for Global Cooperation Research an der Universität Duisburg-Essen die Konferenz, „New Avenues of Global Cooperation Research“.

Zur Halbzeit der zweiten Förderphase des Kollegs, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird, verfolgt die Konferenz drei Hauptziele: Die Ergebnisse der letzten drei Jahre zu rekapitulieren, über die Art und Weise der Zusammenarbeit zu reflektieren und neue Wege für die interdisziplinäre Forschung zur globalen Zusammenarbeit aufzuzeigen. Sie findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die globale Zusammenarbeit vor großen Herausforderungen steht, und wir unsere Formen der Zusammenarbeit an die sich verändernden Entwicklungen einer globalen Pandemie anpassen müssen. Das KHK möchte diese Konferenz auch zum Anlass nehmen, sich persönlich und virtuell mit Stipendiat*innen, Alumni und (zukünftigen) Kooperationspartner*innen zu treffen.

Die Konferenz wird in Form von Roundtable-Gesprächen und Podiumsdiskussionen stattfinden. Einige Panels sind thematischen Forschungsschwerpunkten des KHK gewidmet, darunter Polyzentrismus, (Anti-)Globalismus sowie die Rolle von Imagination, Reflexivität und Interdisziplinarität in der globalen Zusammenarbeit (Forschung). Vier Panels spiegeln unsere empirischen Schwerpunkte in den Politikfeldern Migration, Klima, Friedensförderung und Internet Governance wider.

Die Anmeldung zur Online-Teilnahme ist seit dem 25. Oktober möglich.

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