Austausch zwischen Mexiko-Stadt und Bonn

Im Rahmen des PRODIGEES-Projekts haben das Instituto Mora in Mexiko-Stadt und das DIE in Bonn Forschungspersonal ausgetauscht, um die Zusammenarbeit und das transnationale Wissen im Bereich der Digitalisierung zu fördern.

Dr. Simone Lucatello vom Instituto Mora – ein mexikanisches öffentliches Forschungszentrum und Mitglied des PRODIGEES-Netzwerks (Promoting Research On Digitalisation In Emerging Powers and Europe Towards Sustainable Development) – kam für einen Gastaufenthalt ans Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE). Hier beschäftigte er sich mit der Forschung zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Umweltdimension der nachhaltigen Entwicklung, den Klimawandel und dessen Steuerung. Dr. Lucatello traf sich mit Wissenschaftler*innen am DIE und mit Kolleg*innen anderer internationaler Institutionen und führte Interviews. Anfang 2021 hielt Dr. Lucatello einen Vortrag über Klimawandel und Digitalisierung, der Teil der Forschungsaktivitäten ist, die auf der PRODIGEES-Website zu finden sind.

Transformatives Paradigma: Open Science

Benjamin Stewart, wissenschaftlicher Mitarbeiter und PRODIGEES-Projektleiter am DIE sowie Doktorand an der Universität Bonn, untersuchte am Instituto Mora, wie die Umsetzung der UNESCO-Empfehlung zu Open Science die Nutzung digitaler Technologien und Online-Netzwerke in Forschungs- und Hochschuleinrichtungen institutionalisiert. Open Science ist ein neues Paradigma für die Art und Weise, wie die wissenschaftliche Gemeinschaft über Wissenschaft nachdenkt und sie umsetzt. Dabei geht es um Fragen der Inklusion und Transparenz und um Herausforderungen, die der Wissenschaftspolitik und nachhaltigen Entwicklung gestellt werden. Stewart führte Interviews mit Mitarbeiter*innen des Instituto Mora, der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko (UNAM), mit Kommentator*innen der Ständigen Vertretung Mexikos bei der UNESCO, dem Open Science Advisory Committee der UNESCO und anderen Organisationen. Die ersten Ergebnisse von Stewarts Arbeit wurden bei dem Workshop „Open Science: Epistemologien, Umsetzung der Wissenschaftspolitik und Digitalisierung“ vorgestellt, die zusammen mit der Arbeit von Dr. Lucatello im umfassenden Repository von PRODIGEES auf Zenodo zu finden sind. Der transnationale Austausch fand von September bis Dezember 2021 statt.

Transnationale Wissenskooperation

PRODIGEES, ein durch das Forschungsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Kommission finanziertes Projekt, ist ein Instrument zur Katalysierung laufender Forschungsarbeiten im Bereich der Digitalisierung. Schwerpunkte liegen auf nachhaltiger Entwicklung und der Belebung von Netzwerken der Wissenskooperation zwischen fortgeschrittenen und aufstrebenden Volkswirtschaften, insbesondere jenen Ländern, die seit langem eine Partnerschaft im DIE-Netzwerk Managing Global Governance (MGG) unterhalten. Das Projekt ist eine Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme – Research & Innovation Staff Exchange (MSCA-RISE), deren Grundlage der Austausch von Forschungspersonal zwischen den Partnern ist. Die Reisebeschränkungen während der COVID-19-Pandemie haben den Personalaustausch für alle Horizon 2020 MSCA-RISE-Projekte seit März 2020 praktisch zum Erliegen gebracht. Jetzt jedoch, da die Impfquoten weltweit steigen, wird der Personalaustausch wieder aufgenommen und das Versprechen der transnationalen Wissenskooperation eingelöst.


Übersetzung aus dem Englischen: Tim Riedel

 

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